Donnerstag, 5. Januar 2006

Good News

Nachdem ich ja schon von den nicht ganz so einfachen körperlichen Konditionen erzählt habe, die meinen derzeitigen Zustand begleiten, sollte ich auch die Entwarnung bekanntgeben:

Der Onkel Doktor sagt, die zweite Hälfte wächst nicht mit. Klingt ungut, ist aber gut. Heißt nämlich, dass das Kind Platz satt hat und man gegen Ende vermutlich nicht mal mehr sehen kann, dass da eine zweite "Hälfte" ist...

Good news, ich sag's ja.

Gummibaerchen Report | ramirez um 12:20h | 4 tickets | add a ticket?



Mittwoch, 4. Januar 2006

Ach du freudige Erwartung

Man macht sich ja so seine Gedanken, wenn man offenbar nicht dem üblichen glücklichen Mutterbild entspricht. Das ist bei mir der Fall. Alles erwartet ein strahlendes Lächeln von mir sobald das Wort "Baby" fällt (oder auch ein anderer Ausdruck mit ähnlichem Zusammenhang) und vor allem auf die freudigen Fragen muss ich offenbar anders reagieren als ich das tue. Alles andere versetzt potentielle Freudentränenheuler in Schockzustand. Und zwar deutlich sichtbar.

Silvester Abend. Eine kleine Runde von 11 Erwachsenen und einem Baby. S., die Mutter der kleinen, selbst erst Anfang 20, bekam irgendwann mit, dass ich schwanger bin. Natürlich befanden sich gerade alle Partygäste in diesem einen Raum. Alle anwesend, keiner fehlte. Und S. sprang fast auf vor Freude und fragte völlig enthusiastisch: „Und? Wie fühlst du dich?“

Alle Augen starrten auf mich.

Ich steh ja generell nicht gern im Mittelpunkt, aber mir war jetzt zusätzlich noch klar, dass das, was ich auf diese Frage zu sagen hatte, nicht das war, was die Menge hören wollte. Ich versuchte also, dies kurzfristig in die richtigen Worte zu kleiden und stammelte letztlich was von: „Noch gar nicht...“ und „Viel zu früh...“.

S. fiel bei der Antwort quasi alles aus dem Gesicht - und nicht nur ihr, sondern auch vielen anderen im Raum - und ich fühlte mich so richtig mies. Da war es wieder, dieses im Raum schwebende: "Du müsstest dich freuen wie ein Schneekönig! Aber du tust es nicht! Rabenmutter! Rabenmutter!"

Diese Situation ging mir nicht aus dem Kopf. Also habe ich am nächsten Tag mit meiner besten Freundin C. darüber gesprochen. Da ich bereits gehört hatte, dass S. auch alles andere als freiwillig Mutter geworden ist (der goldene Schuss beim One-Night-Stand), war mir ihre Reaktion völlig unbegreiflich – sowohl die übermäßige Freude vor der Frage als auch ihre Miene nach meiner Antwort.

Und siehe da - C. erzählte mir die Story, wie lange S. dazu gebraucht hatte, sich mit ihrer Schwangerschaft überhaupt abzufinden. Wie viele Monate (!) sie heulend bei ihren Freunden vor der Tür stand und nicht mehr ein noch aus wusste. Von übermäßiger Freude und glücksseeliger Bauchstreichelei keine Spur.

Nein, dafür verurteile ich sie absolut nicht. Wenn man kein Kind geplant hat, dann ist das eine schwer zu akzeptierende Umstellung. Ich weiß das. Das geht langsam von statten. Und wenn man erst Anfang 20 ist, dann stell ich mir das noch deutlich schwieriger vor als in meinem Alter.

Nur sollte man das alles nur nicht sofort vergessen, wenn einen dann die Mutterglücksgefühle doch letztlich gefunden haben. Und so tun, als hätte es diese Verzweiflung nie gegeben. Dann wäre die Gefahr auch nicht so groß, dass man jemandem wie mir so vor den Kopf stößt mit einem Gesicht, als hätte ich einen Mord begangen.

P.S.: Dass S. keinen Alkohol trinkt, weil sie nach 7 Monaten noch stillt, möchte ich hier nicht unkommentiert lassen. Wenn ich schonmal öffentlich zugebe, dass ich offenbar nicht die Oberglucke bin, die man von mir zu sein erwartet, sondern (wie eine Freundin von mir es so herrlich bezeichnete) eine Pragmatikerin:
Ich glaub, mein Schwein pfeifft! Wozu hat der Mensch denn die Nuckelflasche erfunden? Als Mutter mutiert man doch nicht zur Kuh! Ein paar Wochen sollten doch wohl reichen! Soll das Kind mit 5 Jahren noch ankommen und sich an Mamas Brust hängen, oder was?
Eine furchtbare Vorstellung! Buah! *schüttel*

Kritisch | ramirez um 16:33h | 9 tickets | add a ticket?



Dienstag, 3. Januar 2006

Bilanz 2005

Zugenommen oder abgenommen?
Im Mai hatte ich schön abgenommen. Dann kam der neue Kerl und mit ihm die ausufernden Besuche in den diversen Restaurants... Naja, und gegen Jahresende hatte ich dann mehr denn je. (Bevor hier jetzt die Zwischenrufe kommen: ALLES NUR ANGEFRESSEN!)

Haare länger oder kürzer?
Ich glaub, ich war irgendwann Anfang des Jahres mal beim Friseur. Seither nicht mehr. Und witzigerweise hab ich mir noch nie besser gefallen. Jetzt sind sie wieder lang – das war gar keine Absicht.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da hab ich ja Glück. Ich konnt schon immer gut gucken. Hat sich nichts dran geändert. Thankfully.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Und wieder: Am Jahresanfang war ich noch arbeitslos, also sparsam. Jetzt bin ich zum Shoppingmonster mutiert. Obwohl ich es noch immer schaffe, was zu sparen. *schulterklopf*

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Im Vergleich zu 2004 auf jeden Fall, denn da war ich weltreisetechnisch quasi immer auf den Beinen. Aber dafür in der 1. Jahreshälfte 2005 mit Nordic Walking angefangen. Auch wenn’s nicht lang angehalten hat.

Der hirnrissigste Plan?
Einerseits der Wechsel zu der Zwischenfirma. Andererseits hätte ich ohne den diesen Job hier nie angeboten gekriegt.
Vielleicht sollte ich aber auch einfach hier meine Verhütungsmethode „rechnen“ anführen...

Die gefährlichste Unternehmung?
Ah, ja, doch noch ein Plätzchen für die Verhütungsmethode...

Der beste Sex?
Den hab ich seit 2005, ja. Danke der Nachfrage.
(Von nix kommt nix *lach*)

Die teuerste Anschaffung?
Mein hübscher, kleiner, flacher Widescreen-Fernseher.

Das leckerste Essen?
Kam immer schon aus Mamas Küche. Das war auch 2005 so. Und nicht nur ein Mal.

Das beeindruckenste Buch?
Harry Potter and the Halfblood Prince. I am an addict...

Der ergreifendste Film?
„Star Wars“ war es jedenfalls NICHT! Ansonsten lässt mich mein Erinnerungsvermögen grad etwas im Stich. Was hab ich denn alles geguckt??? *grübel*

Die beste CD?
Ich würd ja gern „Robbie“ sagen, stimmt aber nicht. Die „Home“ von den Corrs war auch nicht sooo berauschend... Dann wohl die Depêche Mode CD – die Greatest Hits II (85 bis ???).

Das schönste Konzert?
War auf keinem.

Die meiste Zeit verbracht mit...?
Arbeiten, kuscheln, essen...

Die schönste Zeit verbracht mit...?
Meinem Herzallerliebsten.

Die schlimmste Zeit verbracht mit...?
Herumsitzen und langweilen im Zwischenjob. 1 Woche kann ewig dauern...

Vorherrschendes Gefühl 2005?
Glück

2005 zum ersten Mal getan?
Ein paar wichtige Worte zu jemandem gesagt, der nicht zu meiner Familie gehört.

2005 nach langer Zeit wieder getan?
Mich verliebt. Oh, und guten Sex gehabt... (siehe oben)

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die Streitigkeiten mit Muttern.
Der New York Streit mit meinem Freund.
Festzustellen, dass ich einigen Leuten wohl egal bin, von denen ich das nicht erwartet hatte.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ein Streit nicht gleich das Ende der Beziehung ist.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich glaube, das waren die Karten für die Monet-Ausstellung für meine Ma an Weihnachten. Zumindest war das die freudigste Reaktion (sie hatte Tränen in den Augen...).

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Er hat mir so viele gemacht. Aber die kleinen sind dann doch die besten: Das 1000 Teile Puzzle zum Beispiel.
(Das beste Geschenk kommt aber wohl 2006...)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich liebe dich.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Etwas ähnliches...

2005 war mit 1 Wort...?
Unglaublich!


Kommt übrigens von Frau Ella, deren Resumé leider nicht ganz so glücklich ausgefallen ist...

Questionaires | ramirez um 14:45h | 2 tickets | add a ticket?



HAPPY NEW YEAR ALLTOGETHER!!!

Ich hoffe, ihr seid alle gut gerutscht - ohne Blessuren oder andere schmerzhafte Nachwirkungen!

Und falls nicht, ich habe den ultimativen Silvestertipp für's nächste Jahr:

Heidelberg

Zwar waren wir letztlich in Leimen, aber das liegt ja so dicht nebeneinander, das zählt ja schon gar nicht mehr. Und dort waren wir oben auf dem Weinberg...

Wahrlich, ich sage euch, selten so einen genialen Blick auf eine Stadt gehabt - überall schossen die bunten Raketen in die Luft und hinterließen dort kurzlebige Lichtblüten. Es knallte und zischte und fiepte rund um uns herum die die Kirchturmuhr versuchte, dagegen an zu leuten. Eigenes Feuerwerk war gänzlich überflüssig. Bis dann - nach locker 45 Minuten - ganz allmählich unsere Glieder einfroren. Da gab die rechte Flanke eh langsam auf und die linke schwächelte auch schon.

Ganz im Ernst: Es war eine Atz-Tour nach Heidelberg und sicherlich werde ich mir die Gurkerei für 1 Nacht das nächste Mal gründlicher überlegen, aber DAS war ein Schauspiel, das alles wieder wett machte!

WAHNSINN!

Faszinierend... | ramirez um 13:08h | 3 tickets | add a ticket?