Freitag, 18. März 2005

Intelligenz auf Reisen

Die folgenden Fragen über Australien sind – laut einer eMail einer Freundin – von potentiellen Australien-Besuchern gestellt worden. Sie wurden an die Website der australischen Touristeninformation gesandt und die Antworten sind die (lediglich von mir übersetzten) tatsächlichen Antworten der Angestellten, die offenbar sehr viel Humor besitzen. Ich muss noch immer lachen. Das solltet ihr wirklich lesen!


F: Wird es in Australien überhaupt windig? Ich habe es dort im TV niemals regnen sehen. Wie wachsen denn die Pflanzen? (England)
A: Wir importieren alle Pflanzen voll ausgewachsen, dann setzen wir uns hin und beobachten, wie sie sterben.

F: Wird es mir möglich sein, Kangaroos in der Straße zu sehen? (USA)
A: Hängt davon ab wie viel du getrunken hast.

F: Ich möchte von Perth nach Sydney wandern – kann ich den Eisenbahn-Schienen folgen? (Schweden)
A: Sicher. Es sind nur 3.000 Meilen, nimm viel Wasser mit.

F: Ist es sicher in den Büschen Australiens herumzulaufen? (Schweden)
A: Es ist also wahr, was man über die Schweden sagt.

F: Gibt es in Australien ATMs (Geldautomaten)? Könnt ihr mir eine Liste von ihnen in Brisbane, Cairns, Townsville und Hervey Bay zuschicken? (England)
A: Woran ist dein letzter Sklave gestorben?

F: Könnt ihr mir Informationen über Hippo-Rennen in Australien zukommen kassen? (USA)
A: A-fri-ka ist der große, dreieckförmige Kontinent südlich von Europa.
Aus-tra-lien ist die große Insel in der Mitte des Pazifik, die keine... ach, vergiss es.
Sicher, die Hippo-Rennen finden jeden Dienstagabend in Kings Cross statt. Komm nackt.

F: Welche Richtung ist Norden in Australien? (USA)
A: Sieh in Richtung Süden und dann dreh dich um 180 Grad. Kontaktiere uns, wenn du dort ankommst und wir schicken dir die restlichen Richtungsanweisungen.

F: Kann ich Besteck mit nach Australien bringen? (England)
A: Warum? Iss mit den Fingern, so wie wir auch.

F: Könnt ihr mir den Konzertkalender der Wiener Sängerknaben zusenden? (USA)
A: Aus-tri-a ist das kleine süße Land an der Grenze zu Ger-man-y, welches…ach, vergiss es.
Sicher, die Wiener Sängerknaben treten jeden Dienstagabend in Kings Cross auf, gleich nach den Hippo-Rennen. Komm nackt.

F: Kann ich in Australien hochhackige Schuhe tragen? (England)
A: Sie sind eine britische Politikerin, richtig?

F: Gibt es in Sydney Supermärkte und ist Milch das ganze Jahr über zu bekommen? (Deutschland)
A: Nein, wir sind eine friedvolle Gesellschaft von veganen Jägern/Sammlern. Milch ist illegal.

F: Bitte sendet mir eine Liste von allen Ärzten in Australien, die Klapperschlangen Serum vorrätig haben. (USA)
A: Klapperschlagen leben in A-meri-ca, das ist das Land aus dem DU kommst. Alle australischen Schlangen sind absolut harmlos, sicher zu handhaben und sind hervorragende Haustiere.

F: Ich habe eine Frage über ein berühmtes Tier in Australien, habe aber vergessen, wie es heißt. Es ist eine Art Bär und lebt in Bäumen. (USA)
A: Das ist ein Fall-Bär. Die heißen so, weil sie aus den Gummibäumen herausfallen und die Gehirne von jedem essen, der unter ihnen entlang läuft. Du kannst sie abschrecken, indem du dich mit menschlichem Urin einsprühst bevor du rausgehst.

F: Habt ihr Parfüm in Australien? (Frankreich)
A: Nein, WIR stinken nicht.

F: Ich habe ein neues Produkt entwickelt: den Lebensbrunnen. Könnt ihr mir sagen, wo ich es in Australien verkaufen kann? (USA)
A: Überall wo sich eine größere Anzahl Amerikaner aufhält.

F: Könnt ihr mir die Regionen in Tasmanien nennen, wo die weibliche Population kleiner ist als die männliche? (Italien)
A: Ja. Schwulenbars

F: Feiert ihr Weihnachten in Australien? (Frankreich)
A: Nur an Weihnachten.

F: Ich war 1969 auf dem/der R+R (???) in Australien und ich will das Mädchen kontaktieren, mit dem ich zusammen war, als ich in Kings Cross gewohnt habe. Könnt ihr mir helfen? (USA)
A: Ja. Und du wirst sie weiterhin pro Stunde bezahlen müssen.

F: Werde ich an den meisten Orten, die ich besuchen werde, in der Lage sein, englisch zu sprechen? (USA)
A: Ja, aber vorher wirst du es lernen müssen.

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St. Patricks Day

Der war gestern. Als Irlandfan muss man den natürlich gebührend feiern und da kommt es sehr gelegen, wenn sich in der näheren Umgebung eine entsprechende Festivität ausmachen lässt.

Nun, es handelte sich um die 3. Ausgabe des "Irish Heartbeat", einer Kombination aus irischer Musik, irischen Tänzen und der Lesung irischer bzw. irlandbezogener Literatur.

Die Band "The Foggy Few" sehe ich ja schon jeden 1. Donnerstag im Monat, wo sie eine Session in einer Kneipe abhalten und wo ich mit einer Freundin so oft es geht zu Gast bin. Leider musste ich gestern feststellen, dass wir uns damit die Musik des gestrigen Abends "versaut" haben, denn das Repertoire der Band kennen wir leider in- und auswendig.

Die Band spielte in 4 oder 5 Sets, dazwischen kam die Tanztruppe der örtlichen VHS auf die Bühne. Die sich erfolgreich wehrende Technik tauchte während des Auftritts den vorderen Bühnenbereich ins Dunkel und man konnte die Damen nur noch als rückbeleuchtete Schatten erahnen. Man konnte allerdings leider noch genug sehen, um die vielen Fehler zu erkennen, die die - sicherlich sehr aufgeregten - Mädels zu hauff machten. Prinzipiell, vor allem als ehemaliges Mitglied der Jazztanz-Truppe unter gleicher Leitung, bin ich immer dafür, anzuerkennen, dass die Damen dies ausschließlich in ihrer Freizeit tun und neue Tänze eben manchmal nicht allzu gut sitzen. Dummerweise war eben diese Truppe schon seit Beginn und damit zum 3. Mal Teil dieser Veranstaltung und da hätte ich mir schon mehr Professionalität gewünscht. Einzig der letzte Tanz, bei dem noch der amerikanische Stepptanz-Teil der Truppe Unterstützung bot, saß sehr gut. Das freute mich nicht nur des Abends wegen, sondern auch, weil die Auswahl des großen Vorbilds "Lord of the Dance" ein Desaster vermuten ließ. In solchen Fällen werde ich immer gern eines Besseren belehrt.
Auch sehr merkwürdig war die Aufstellung der Tänzerinnen. Oftmals fand man die - pardon, aber ich bin hier nur ehrlich - gewaltigeren Figuren im Vordergrund und hinter ihnen kleinere bzw. zierlichere Damen. Hätte die Rubens-Dame letztlich besser getanzt, dann wäre die Auswahl verständlich gewesen, hat sie aber nicht. Im Gegenteil: Dank ihrer üppigen Figuren und dem nicht allzu vorteilhaften kurzen Kleidchen fielen die Damen umso mehr ins Auge und ein Fehler ihrer somit gleich mehr auf als bei den zierlichen Mädels. Schade, sehr schade.

Der dritte Teil der Veranstaltung war die Lesung durch einen Mann, der offenbar stattbekannt ist, den wohl nur ich nicht kenne (außer von der 1. Veranstaltung vor 2 Jahren). Macht nix, im Vorlesen ist er einsame Spitze, nur dass ihm mal jemand beibringen sollte, wie man irische Namen oder auch Städte wie z.B. "Galway" ausspricht. Wäre nicht die Auswahl der Kapitel hauptsächlich aus den gleichen zwei Büchern erfolgt wie vor 2 Jahren (und vermutlich auch im letzten Jahr), nämlich Heinrich Bölls "Irisches Tagebuch" und dem Roman "Die Asche meiner Mutter" (OT: "Angela's Ashes"), dann könnte ich hier lobhudeln. So war es allerdings, als hätte Irland nicht mehr zu bieten als das. Abgesehen davon, dass ein paar dieser Texte auch trotz des enthusiastischen und ausdrucksvollen Vortrags etwas langweilig waren. Ergo: gut gelesen, schlecht ausgewählt. Auch sehr schade.

Ein paar Punkte noch für die Saal-Crew und den Besitzer:
1. Wenn man mit mehreren Leuten einen Tisch bedient und die Tische nicht aufteilt, dann muss man sich nicht wundern, wenn Bestellungen doppelt geliefert werden - dafür sollte man dann aber besser nicht den Kunden anscheissen. Macht sich prinzipiell nicht gut im Service, aber vor allem nicht, wenn er gar nicht Schuld ist!
2. Wenn vorne jemand liest, dann hat das Personl hinten an der Theke so leise zu sein, dass das Publikum den REDNER versteht, nicht den Mann am Zapfhahn. Plus: Wenn Kundschaft an der Theke offenbar noch lauter zu reden gedenkt, kann man den auch mal kurz darauf hinweisen, seine Klappe zu halten!
3. Wenn der Strom ein paar Tanzschritte auf der Bühne nicht verkraftet (und das war ja nicht das erste Mal!), dann muss man wohl mal den Saal renovieren - oder für die nächste Veranstaltung einen anderen mieten!

Fazit: Die Veranstaltung ist die 7 Euro Eintritt (8 Euro an der Abendkasse) nicht wert gewesen. Leider. Vielleicht erwarte ich für so ein Kuhkaff ja zu viel, aber ich dachte, bei der 3. Veranstaltung dieser Art (mit absolut identischem Konzept) wäre diese professioneller geworden. Stattdessen war es aufgezogen wie eine von Achtklässlern selbst organisierte Schulveranstaltung, wo eh nur die Familien im Publikum sitzen. Keiner hatte seine Reden vorgeschrieben, der Ablauf funktionierte nicht ohne minutenlange Pausen und auch die Mikrofone waren erst gegen Mitte der Veranstaltung laut genug eingestellt.

Ich muss leider sagen, dass ich sowohl mit meiner Zeit als auch mit meinem Geld besseres anzufangen weiß.

Schade.

Sehr schade.

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