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Sonntag, 15. Mai 2005
The other side of the story
Soll noch einer sagen, ich sei ein Stier - ich bin sowas von ein Zwilling, es ist schon nicht mehr lustig.
Gerade über meine eventuelle neue Wohnung fantasiert, schon dreht sich die Gedankenmedallie. Denn es gibt ja noch eine andere Seite meines Charakters. Und die liegt seit September auf Eis, regt sich aber schon wieder gelegentlich: Der Weltenbummler.
Da gibt es einen Teil von mir, der sich denkt, es kann nicht Sinn und Zweck eines Lebens sein, sich irgendwo niederzulassen und vor sich hin zu werkeln. Jeder kocht das eigene Süppchen und am Ende des Lebens hat man - naja, sein Süppchen verkocht.
Diese Seite ist ein Freigeist. Ein recht starker. Er will da sein, wo er grad sein will, sich alles angucken, alles erleben - eben frei sein. Ich habe davon gekostet und es ist auf die Dauer wohl anstrengend, aber es ist auch schön.
Und es widerspricht dem Gedanken von Festanstellung, Wohnungseinrichtung und Katze mitnehmen. Das bedient aber die andere Seite von mir, die sich nicht von ihren Freunden trennen will, ein Zuhause sucht und diese Katze heiss und innig liebt. Und die nicht zuletzt Geld braucht.
Zwei Seelen leben in meiner Brust. Da soll nochmal einer sagen, ich sei kein Zwilling...
Gerade über meine eventuelle neue Wohnung fantasiert, schon dreht sich die Gedankenmedallie. Denn es gibt ja noch eine andere Seite meines Charakters. Und die liegt seit September auf Eis, regt sich aber schon wieder gelegentlich: Der Weltenbummler.
Da gibt es einen Teil von mir, der sich denkt, es kann nicht Sinn und Zweck eines Lebens sein, sich irgendwo niederzulassen und vor sich hin zu werkeln. Jeder kocht das eigene Süppchen und am Ende des Lebens hat man - naja, sein Süppchen verkocht.
Diese Seite ist ein Freigeist. Ein recht starker. Er will da sein, wo er grad sein will, sich alles angucken, alles erleben - eben frei sein. Ich habe davon gekostet und es ist auf die Dauer wohl anstrengend, aber es ist auch schön.
Und es widerspricht dem Gedanken von Festanstellung, Wohnungseinrichtung und Katze mitnehmen. Das bedient aber die andere Seite von mir, die sich nicht von ihren Freunden trennen will, ein Zuhause sucht und diese Katze heiss und innig liebt. Und die nicht zuletzt Geld braucht.
Zwei Seelen leben in meiner Brust. Da soll nochmal einer sagen, ich sei kein Zwilling...
Just a thought | ramirez um 13:42h | 2 tickets | add a ticket?
Perspektiven
Schon interessant wie sehr sich die Welt verändert, wenn man eine Perspektive bekommt.
Gestern war ich mit meiner besten Freundin unterwegs, einkaufen für unsere MA-Gewandung. Und ständig spukte mir im Kopf rum: Bald kannst du dir wahrscheinlich wirklich eine Wohnung leisten.
Jaja, erstmal sind es nur Gerüchte und meine ZA-Firma muss ja auch erstmal mitspielen, aber irgendwie scheine ich meine eigenen Wohnungswünsche so ernst selbst nicht genommen zu haben. Zumindest bisher. Jetzt kommt es mir so vor, als wäre das zum Greifen nahe.
Fehlen also nur noch die 4 Wände dazu. Also, das Objekt der Begierde. Erfahrungsgemäß auch nicht so einfach zu finden, denn ich hab ja schon so meine Vorstellungen. Und die Katze muss auch mit.
Trotzdem ist das schon interessant, wie sich das anfühlt. Und merkwürdig ist es allemal...
Gestern war ich mit meiner besten Freundin unterwegs, einkaufen für unsere MA-Gewandung. Und ständig spukte mir im Kopf rum: Bald kannst du dir wahrscheinlich wirklich eine Wohnung leisten.
Jaja, erstmal sind es nur Gerüchte und meine ZA-Firma muss ja auch erstmal mitspielen, aber irgendwie scheine ich meine eigenen Wohnungswünsche so ernst selbst nicht genommen zu haben. Zumindest bisher. Jetzt kommt es mir so vor, als wäre das zum Greifen nahe.
Fehlen also nur noch die 4 Wände dazu. Also, das Objekt der Begierde. Erfahrungsgemäß auch nicht so einfach zu finden, denn ich hab ja schon so meine Vorstellungen. Und die Katze muss auch mit.
Trotzdem ist das schon interessant, wie sich das anfühlt. Und merkwürdig ist es allemal...
Faszinierend... | ramirez um 13:34h | no ticket | add a ticket?
Glück gehabt ?!
Unverhofft kommt oft. In diesem Sinner erreichte mich letzte Woche ein Telefonat von einer Zeitarbeitsfirma (einer anderen als der, für die ich derzeit tätig bin) und aufgeregt freute sich eine weibliche Stimme in mein Ohr hinein, was für einen tollen Job sie für mich hätte. Mein Hirn freute sich gleich mit, denn aufgrund der geografischen Lage der Zeitarbeitsfirma erhoffte ich mir etwas im engeren Umkreis unserer Kreishauptstadt. In diese Richtung gingen meine Pläne für meinen erneuten Versuch einer Wurzelbildung - also, da zieht es mich wohntechnisch hin.
Nun, die Freude wurde gleich getrübt, als ich den Standort der Firma zu hören bekam. Es war exakt die andere Richtung. Eine von zwei Firmen dieser speziellen Gegend (es gibt da nur zwei, dafür sind die riesig), die hier natürlich jeder kennt - wir sind hier noch immer auf dem Land und da sind 25 km gar nichts.
Die junge Dame am anderen Ende des Apparates bekam zwar meine fehlende Euphorie zu spüren (auch meinem Tonfall fiel "alles aus dem Gesicht") aber letztlich überzeugte sie mich, sich das mal anzusehen. Man wisse ja nie, vielleicht wär's ja der Job meines Lebens.
Also habe ich mich am Donnerstag ausnahmsweise pünktlich von der Arbeit verabschiedet und bin die 25km zu dieser Firma gefahren. Traf dort zuerst auf meinen potenziellen neuen Zeitarbeits-Vorgesetzten, der mich über ein riesiges, hässliches Gelände in einen Besprechungsraum führte, wo 3 Herren auf mich warteten.
Natürlich wurde mein Lebenslauf Aufhänger des Gesprächs. Er ist chaotisch und bedarf immer intensiver Erklärungen. Aber mein Motto ist "ehrlich währt am Längsten" und ich lüge eh nicht gut - ich rede auch so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Kommt meistens an. Wenn nicht, dann pass ich da eh nicht rein.
Was soll ich sagen: Nach 1 Stunde Interview mit ein paar hübschen, lockeren Witzchen und allem, was zur Show dazugehört, verließen pZAboss und ich das Gelände wieder, beide mit dem Gefühl, dass die mich wohl mochten. Viele Dinge, die ich zu mir selbst und meinem Lebenslauf ausgeführt hatte, kamen später bei der Beschreibung der Anforderungen als solche wieder vor. Durchsetzungsvermögen, Flexibilität (vor allem in der abendlichen Arbeitszeit) etc.
Nächste Woche wollen die sich entscheiden. Ich habe mich schon entschieden: Ich will keine Nummer sein, die einem von Bayern umgezogenen Vertriebsteam den Umzug in den Norden erleichtert und sich dabei selbst erstmal einarbeiten muss. Und das mit dem Hungerlohn einer Zeitarbeitsanstellung. Plus die Übernahme danach ist noch nicht einmal sicher. Nee, danke.
Aber eins hab ich jetzt: Eine Verhandlungsbasis für meinen derzeitigen Job. Und die Gerüchteküche brodelt eh schon was von "Übernahme" und "Ausbau des Arbeitsbereiches"....
Let's wait and see...
Nun, die Freude wurde gleich getrübt, als ich den Standort der Firma zu hören bekam. Es war exakt die andere Richtung. Eine von zwei Firmen dieser speziellen Gegend (es gibt da nur zwei, dafür sind die riesig), die hier natürlich jeder kennt - wir sind hier noch immer auf dem Land und da sind 25 km gar nichts.
Die junge Dame am anderen Ende des Apparates bekam zwar meine fehlende Euphorie zu spüren (auch meinem Tonfall fiel "alles aus dem Gesicht") aber letztlich überzeugte sie mich, sich das mal anzusehen. Man wisse ja nie, vielleicht wär's ja der Job meines Lebens.
Also habe ich mich am Donnerstag ausnahmsweise pünktlich von der Arbeit verabschiedet und bin die 25km zu dieser Firma gefahren. Traf dort zuerst auf meinen potenziellen neuen Zeitarbeits-Vorgesetzten, der mich über ein riesiges, hässliches Gelände in einen Besprechungsraum führte, wo 3 Herren auf mich warteten.
Natürlich wurde mein Lebenslauf Aufhänger des Gesprächs. Er ist chaotisch und bedarf immer intensiver Erklärungen. Aber mein Motto ist "ehrlich währt am Längsten" und ich lüge eh nicht gut - ich rede auch so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Kommt meistens an. Wenn nicht, dann pass ich da eh nicht rein.
Was soll ich sagen: Nach 1 Stunde Interview mit ein paar hübschen, lockeren Witzchen und allem, was zur Show dazugehört, verließen pZAboss und ich das Gelände wieder, beide mit dem Gefühl, dass die mich wohl mochten. Viele Dinge, die ich zu mir selbst und meinem Lebenslauf ausgeführt hatte, kamen später bei der Beschreibung der Anforderungen als solche wieder vor. Durchsetzungsvermögen, Flexibilität (vor allem in der abendlichen Arbeitszeit) etc.
Nächste Woche wollen die sich entscheiden. Ich habe mich schon entschieden: Ich will keine Nummer sein, die einem von Bayern umgezogenen Vertriebsteam den Umzug in den Norden erleichtert und sich dabei selbst erstmal einarbeiten muss. Und das mit dem Hungerlohn einer Zeitarbeitsanstellung. Plus die Übernahme danach ist noch nicht einmal sicher. Nee, danke.
Aber eins hab ich jetzt: Eine Verhandlungsbasis für meinen derzeitigen Job. Und die Gerüchteküche brodelt eh schon was von "Übernahme" und "Ausbau des Arbeitsbereiches"....
Let's wait and see...
Bienenstock | ramirez um 13:28h | no ticket | add a ticket?
Donnerstag, 12. Mai 2005
Begegnungen der dritten Art
Da stand er vor mir, der Taxifahrer, den ich für unsere Kunden gerufen hatte. Höflich, wie ich bin, siezte ich ihn. Dank seiner trockenen Antwort: "Seit wann siezt du mich?" fiel mir dann postwendend die Kinnlade runter.
Nein, ich hatte ihn nicht erkannt. Auch bei näherem Hinsehen (Anstrengung der Vorstellungskraft: Bissi dünner, bissi jünger - kein Ergebnis) sah er nur sehr, sehr entfernt bekannt aus. Schon mal gesehen - so in der Richtung.
Er erklärte mir, dass er in meine Schule ging - aber nicht in meine Klasse. Aha.
Dann, dass er sogar ein oder zwei Jahrgänge über mir war. AHA!
Das soll ich also noch wissen. Kleiner Witzbold, der. Ich kann mir ja nichtmal die Geburtstage meiner Freunde merken.
Dann gab er sogar zu, dass er auch nicht gleich darauf gekommen ist, woher er mich kennt. Mein Namenschild in Verbindung mit meinem Gesicht haben es dann wohl verraten. Ich säh ja noch immer aus wie früher.
Jupp, das hab ich schon öfter gehört. Nur dicker, aber das sagt ja keiner (muss auch nicht wirklich, ich kann ja Kleidergrößen lesen).
Zum Abschied rief er: "Bis bald!"
Yo, man!
That was some few strange minutes....
Nein, ich hatte ihn nicht erkannt. Auch bei näherem Hinsehen (Anstrengung der Vorstellungskraft: Bissi dünner, bissi jünger - kein Ergebnis) sah er nur sehr, sehr entfernt bekannt aus. Schon mal gesehen - so in der Richtung.
Er erklärte mir, dass er in meine Schule ging - aber nicht in meine Klasse. Aha.
Dann, dass er sogar ein oder zwei Jahrgänge über mir war. AHA!
Das soll ich also noch wissen. Kleiner Witzbold, der. Ich kann mir ja nichtmal die Geburtstage meiner Freunde merken.
Dann gab er sogar zu, dass er auch nicht gleich darauf gekommen ist, woher er mich kennt. Mein Namenschild in Verbindung mit meinem Gesicht haben es dann wohl verraten. Ich säh ja noch immer aus wie früher.
Jupp, das hab ich schon öfter gehört. Nur dicker, aber das sagt ja keiner (muss auch nicht wirklich, ich kann ja Kleidergrößen lesen).
Zum Abschied rief er: "Bis bald!"
Yo, man!
That was some few strange minutes....
Faszinierend... | ramirez um 18:49h | 2 tickets | add a ticket?
Dienstag, 10. Mai 2005
Maifeier der besonderen Art
Wenn meine Freundin C. und ich auf Achse sind, dann kommen schon mal ganz schräge Dinge dabei heraus. Meine Kollegen halten mich jedenfalls bereits für bekloppt und lächeln dieses bemitleidende Lächeln, wenn ich mal wieder von meinen Wochenendaktivitäten erzähle. Aber sie meinens eher spaßig, darum ist das schon okay.
Nach einem Kurs im Djembe-Trommeln und einer Jagd nach einer bezahlbaren Djembe für oben genannte Festivität habe ich am 30. April (man bemerke das Datum) endlich eine gekauft. Sie klingt gut, ist gut verarbeitet, aus Afrika - und für ihre Größe unfassbar günstig. Kein Haken, schließlich habe ich sie in einem persönlichen kleinen Musikgeschäft am Ort gefunden und weil ein Seil ein wenig angeschabt ist, habe ich auf das gute Stück sogar Garantie: Reisst das Seil doch (obwohl es nicht dürfte) krieg ich eine andere Trommel.
Als glückliche frischgebackene Trommelbesitzerin saß ich also am gleichen Nachmittag noch mit C. und ihrem Mann J. im Auto, auf dem Weg zu den Externsteinen. C. war schon mal da, hat mir auch wohl davon erzählt, aber was einen da erwartet, das kann man nicht wirklich wiedergeben - man muss es erlebt haben. Naja, ich versuch's trotzdem mal. (Überraschung!)
Nach einiger Schlepperei von Zelt, Decken, Schlafsäcken, viel Proviant, noch mehr Getränken (vor allem alkoholische) und zwei Trommeln den Hügel hinauf und durch den Wald, waren wir schweißgebadet, als wir endlich ankamen. Die Wiese vor den großen Steinen, die ich zuletzt als 10-jährige mit der Grundschule 4. Klasse gesehen hatte, war voll mit Zelten jeglicher Form und Farbe. Es hatte zwar die Tage zuvor geschüttet, aber zum Beltane, dem Fruchtbarkeitsfest, strahlte die Sonne.
Die Trommeln waren schon zu hören, aber wir haben uns erstmal den weltlichen Dingen hingegeben: Zeltaufbau, Picknick, eine Runde um den Platz und zu den Steinen. Leider waren die Eingänge verschlossen, aber vor den Gittern kann man auch spielen - und zwei Trommeln plus ein Didgeridoo, das hallt auch so prima.
Dann hielt es C. nicht mehr aus und wir schleppten unsere fellbezogenen Holzklötze zum Hauptfeuer, wo sich schon eine größere Runde Trommler versammelt hatte und - naja, trommelte halt. Kleine Djembes, große Djembes, andere Trommelvarianten, Anfänger, echte Könner - alles hämmerte fröhlich auf seinen Instrumenten rum.
Als es dunkel wurde, begannen die ersten, um das Feuer zu tanzen. Mir war das auf die Dauer zu warm dort, aber es hatte schon was. Ein junger Mann entledigte sich komplett seiner Kleidung und meine Trommel fand einen jungen Mann namens Thomas, der ihr deutlich bessere Töne entlockte als ich und auch gar nicht zu bremsen war. Also saß ich da und genoss. Im Rausche von Met und Alster, Musik und Feuer.
Unbeschreiblich!
Oder Englisch: UNREAL!
Später wurde es etwas zu voll am Hauptfeuer, also gingen wir an ein anderes Plätzchen, wo uns ein Mädel namens Ina das Poi-Spielen zeigte - ich hatte ja bereits in Australien ein wenig damit geübt und sofort wieder Feuer gefangen, ein wenig ausprobiert, was meine Arme noch wussten.
Und ansonsten?
Wir haben nette Menschen getroffen und gute Unterhaltungen geführt.
Wir haben eine Atmosphäre erlebt, die seinesgleichen sucht.
Gut, Toiletten gibt es keine und im Hellen muss man doch ganz schön weit in den Wald hinein, damit einem niemand auf den blanken Hintern guckt. Und nachts ist einer neben unserem Zelt umgekippt und natürlich genau auf mich drauf gefallen. Meine Jeans ist so vermatschdreckt gewesen, dass ich sie leider nicht mehr ganz sauber kriege. Und nach 4 Flaschen Met, 5 Flaschen Alster und 5 Flaschen Maibock zu dritt hatte ich am Morgen noch reichlich Alkohol im Blut und bin merklich nur knapp einem fetten Kater entgangen.
Aber wen interessiert's?
Es war G*E*N*I*A*L !!!
Externsteine - ich komme wieder!
Nach einem Kurs im Djembe-Trommeln und einer Jagd nach einer bezahlbaren Djembe für oben genannte Festivität habe ich am 30. April (man bemerke das Datum) endlich eine gekauft. Sie klingt gut, ist gut verarbeitet, aus Afrika - und für ihre Größe unfassbar günstig. Kein Haken, schließlich habe ich sie in einem persönlichen kleinen Musikgeschäft am Ort gefunden und weil ein Seil ein wenig angeschabt ist, habe ich auf das gute Stück sogar Garantie: Reisst das Seil doch (obwohl es nicht dürfte) krieg ich eine andere Trommel.
Als glückliche frischgebackene Trommelbesitzerin saß ich also am gleichen Nachmittag noch mit C. und ihrem Mann J. im Auto, auf dem Weg zu den Externsteinen. C. war schon mal da, hat mir auch wohl davon erzählt, aber was einen da erwartet, das kann man nicht wirklich wiedergeben - man muss es erlebt haben. Naja, ich versuch's trotzdem mal. (Überraschung!)
Nach einiger Schlepperei von Zelt, Decken, Schlafsäcken, viel Proviant, noch mehr Getränken (vor allem alkoholische) und zwei Trommeln den Hügel hinauf und durch den Wald, waren wir schweißgebadet, als wir endlich ankamen. Die Wiese vor den großen Steinen, die ich zuletzt als 10-jährige mit der Grundschule 4. Klasse gesehen hatte, war voll mit Zelten jeglicher Form und Farbe. Es hatte zwar die Tage zuvor geschüttet, aber zum Beltane, dem Fruchtbarkeitsfest, strahlte die Sonne.
Die Trommeln waren schon zu hören, aber wir haben uns erstmal den weltlichen Dingen hingegeben: Zeltaufbau, Picknick, eine Runde um den Platz und zu den Steinen. Leider waren die Eingänge verschlossen, aber vor den Gittern kann man auch spielen - und zwei Trommeln plus ein Didgeridoo, das hallt auch so prima.
Dann hielt es C. nicht mehr aus und wir schleppten unsere fellbezogenen Holzklötze zum Hauptfeuer, wo sich schon eine größere Runde Trommler versammelt hatte und - naja, trommelte halt. Kleine Djembes, große Djembes, andere Trommelvarianten, Anfänger, echte Könner - alles hämmerte fröhlich auf seinen Instrumenten rum.
Als es dunkel wurde, begannen die ersten, um das Feuer zu tanzen. Mir war das auf die Dauer zu warm dort, aber es hatte schon was. Ein junger Mann entledigte sich komplett seiner Kleidung und meine Trommel fand einen jungen Mann namens Thomas, der ihr deutlich bessere Töne entlockte als ich und auch gar nicht zu bremsen war. Also saß ich da und genoss. Im Rausche von Met und Alster, Musik und Feuer.
Unbeschreiblich!
Oder Englisch: UNREAL!
Später wurde es etwas zu voll am Hauptfeuer, also gingen wir an ein anderes Plätzchen, wo uns ein Mädel namens Ina das Poi-Spielen zeigte - ich hatte ja bereits in Australien ein wenig damit geübt und sofort wieder Feuer gefangen, ein wenig ausprobiert, was meine Arme noch wussten.
Und ansonsten?
Wir haben nette Menschen getroffen und gute Unterhaltungen geführt.
Wir haben eine Atmosphäre erlebt, die seinesgleichen sucht.
Gut, Toiletten gibt es keine und im Hellen muss man doch ganz schön weit in den Wald hinein, damit einem niemand auf den blanken Hintern guckt. Und nachts ist einer neben unserem Zelt umgekippt und natürlich genau auf mich drauf gefallen. Meine Jeans ist so vermatschdreckt gewesen, dass ich sie leider nicht mehr ganz sauber kriege. Und nach 4 Flaschen Met, 5 Flaschen Alster und 5 Flaschen Maibock zu dritt hatte ich am Morgen noch reichlich Alkohol im Blut und bin merklich nur knapp einem fetten Kater entgangen.
Aber wen interessiert's?
Es war G*E*N*I*A*L !!!
Externsteine - ich komme wieder!
Frohe Kunde | ramirez um 20:38h | 2 tickets | add a ticket?
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